
VDV-Leistungskostengutachten
Jetzt ist der Moment, starke Signale zu setzen
Lars Wagner (VDV)
Der öffentliche Personennahverkehr ist das Rückgrat der Mobilitätswende. Darüber herrscht parteiübergreifend und gesellschaftlich breiter Konsens. Doch der politische Wille allein reicht nicht aus, um den notwendigen Ausbau des Angebots in Städten und ländlichen Regionen tatsächlich umzusetzen. Mit dem neuen, gerade veröffentlichten Leistungskostengutachten des VDV liegt eine fundierte und detaillierte Datengrundlage vor, die zeigt, was die Branche bis 2040 leisten kann und was es kosten wird. Damit dieses Gutachten seine Wirkung entfalten kann, braucht es mehr als ein gutes Zahlenwerk: Es braucht eine kraftvolle, koordinierte Kommunikationsinitiative der gesamten Branche, um die politischen Entscheider in Bund, Ländern und Kommunen davon zu überzeugen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um in einen besseren ÖPNV der Zukunft zu investieren.
Warum das Leistungskostengutachten so wichtig ist
Mit dem Gutachten liegt eine belastbare Abschätzung vor, was die Umsetzung verschiedener verkehrspolitischer Ziele, unter anderem des Koalitionsvertrags der aktuellen Bundesregierung, konkret im ÖPNV bedeuten würde – in Fahrplankilometern, in Fahrzeugen, in Infrastrukturausbau und vor allem in Euro. Das Gutachten beantwortet die entscheidende Frage: Was kostet ein erheblich umfangreicheres ÖPNV-Angebot für alle überall bis 2040 und wie lassen sich diese Kosten planbar, effizient und solidarisch finanzieren? Damit bietet es Politik, Aufgabenträger*innen und Verkehrsunternehmen eine realistische Planungsgrundlage für die kommenden Haushaltsverhandlungen, Förderprogramme und strategischen Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.
Gemeinsam statt einzeln: Warum die Branche mit einer Stimme sprechen sollte
Die Anforderungen an den ÖPNV steigen bei gleichzeitig enormem Finanzierungsdruck. In dieser Situation ist es essenziell, dass die Branche geschlossen und koordiniert auftritt. Das Leistungskostengutachten ist dafür der ideale Aufhänger: Es liefert die Argumente, die Zahlen und die Vision, die wir brauchen, um politische Unterstützung zu mobilisieren, Haushaltsmittel zu sichern und Vertrauen in unsere Zukunftsfähigkeit zu schaffen. Eine gemeinsame Kommunikation sichert dabei:
- Reichweite und Sichtbarkeit in Medien, Politik und Gesellschaft.
- Kohärenz der Botschaften: Alle reden über dasselbe Ziel mit einheitlicher Grundlage.
- Glaubwürdigkeit und Vertrauen: Eine koordinierte Branche wirkt geschlossen und verlässlich.
- Resonanz bei Fahrgästen: Wer versteht, wofür der Ausbau gebraucht wird, steht hinter der Finanzierung und unterstützt unsere Forderungen.
Kommunikation als strategisches Werkzeug
Mit einer bundesweiten, öffentlichkeitswirksamen Kommunikation können wir das Gutachten gezielt bei Entscheidungsträgern in Bundestag und Landesparlamenten, bei Ministerien und Verwaltungen sowie bei kommunalen Aufgabenträgern und Mandatsträgern positionieren. Gleichzeitig senden wir ein starkes Signal an die Fahrgäste und die Öffentlichkeit: Der ÖPNV steht bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Durch koordinierte flankierende Maßnahmen wie Pressearbeit, Social Media, Fachveranstaltungen und Hintergrundgespräche lassen sich die Ergebnisse des Gutachtens in eine breite gesellschaftliche Debatte über Mobilität, Daseinsvorsorge und Klimaschutz einbetten.
Jetzt ist der Moment
Das Leistungskostengutachten ist mehr als ein Zahlenwerk. Es ist ein politisches Werkzeug. Es macht den immensen Beitrag des ÖPNV zur Erreichung der Klimaziele sichtbar, quantifizierbar und planbar. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es im Rahmen einer gemeinsamen, koordinierten Kommunikationsinitiative bekannt zu machen, im Schulterschluss von Verkehrsunternehmen, Verbänden, Aufgabenträger*innen und politischen Unterstützer*innen. Nur wenn wir unsere Argumente geschlossen, verständlich und laut genug in die Öffentlichkeit tragen, wird die notwendige Finanzierungsperspektive für den ÖPNV bis 2040 Realität.
Das VDV-Leistungskostengutachten zeigt in zwei Szenarien den Investitionsbedarf in den deutschen ÖPNV von 2024 – 2040
Steigende Kosten auffangen
Spielräume für neue Verkehre schaffen
